Vermehren

Die vegetative und generative Vermehrung

Es gibt zwei Möglichkeiten zu neuen Pflanzen zu kommen - durch generative Vermehrung aus Samen und durch vegetative Vermehrung aus Pflanzenteilen

Die vegetative Vermehrung

Sie ist bei vielen Pflanzenarten die beste Möglichkeit, in relativ kurzer Zeit blühfähige Kopien der Mutterpflanze zu bekommen. Vermehrt wird hier durch Teilung einer ganzen Pflanze oder aus Pflanzenteilen, die in Wasser, Anzuchterde oder einem anderen Substrat bewurzelt werden Die vegetative Vermehrung empfiehlt sich für Gehölze, Halbsträucher, mehrjährige krautige Pflanzen, Gräser und Zwiebelblumen. Grundregel: Nehmen Sie zum Vermehren nur Teile von gesunden, blühfahigen und wuchsfreudigen Pflanzen, denn der Nachwuchs wird immer ein getreues Ebenbild der Mutterpflanze sein.

Wann vermehren?

Der richtige Zeitpunkt liegt in der Regel im Frühjahr und Frühsommer. Die Jungpflanzen wachsen so in die lichtreiche Jahreszeit hinein und können sich besser entwickeln.

  • Stecklinge: Bei manchen Pflanzen fällt beim Rückschnitt im Frühjahr ohnehin reichlich Stecklingsmaterial an, das gleich genutzt werden kann. Gute Entwicklungschancen haben auch Stecklinge, die man nach dem ersten kräftigen Austrieb im Frühsommer schneidet. Bei Gehölzen kann sogar noch im Sommer und Herbst geschnitten werden.
  • Steckhölzer werden im Spätherbst oder Frühwinter geschnitten. In Sand einschlagen und kühl und frostfrei aufbewahren. Im Februar stecken.
  • Wurzelschnittlinge macht man im Dezember/Januar.
  • Staudenteilung nehmen Sie am besten kurz vor dem Umtopfen (also im Frühjahr) vor.
  • Knollen teilt man am Ende der Ruhezeit, das heißt im zeitigen Frühjahr.
  • Zwiebelblumen vermehrt man nach dem Einziehen des Laubes im Frühsommer/Sommer.

Die generative Vermehrung

Aus Samen können einjährige und mehrjährige Blumen, Halbsträucher und Gehölze, Gemüse und Kräuter vermehrt und herangezogen werden. Balkon- und Terrassengärtner mit wenig Platz für den unausbleiblichen Jungpflanzensegen beschränken sich am besten auf Pflanzen, die schon nach kurzer Kulturdauer fertig sind und blühen. Denn Pflanzen die von der Aussaat bis zur Blüte zwei oder mehrere Jahre brauchen, beanspruchen nicht nur viel Pflege, sondern auch Platz.

Wann vermehren?

Einjährige Pflanzen (zum Beispiel viele Sommerblumen-, Gräser-, Gemüse- und Kräuter-Arten sowie einige Kletterpflanzen) haben die kürzeste Kulturzeit: 8 bis 12 Wochen dauert es vom Samenkorn bis zur fertigen Jungpflanze. Und hier die Zeiten, wann Sie mit der Aussaat beginnen können:

  • Ab Januar im durchgehend geheizten Gewächshaus mit Doppelverglasung.
  • Ab März in der Wohnung am Fensterbrett oder im ungeheizten Glashaus, sofern Sie ein warmes Vermehrungsbeet haben.
  • Ab Mitte April im ungeheizten Gewächshaus oder Wintergarten ohne Zusatzheizung.
  • Ab Mitte April bis Ende Mai im Freien, je nach Wärmebedürftigkeit der Pflanzen.

Zweijährige Pflanzen (zum Beispiel Gänseblümchen, Goldlack, Gartennelke oder Stiefmütterchen) bilden im Jahr ihrer Aussaat nur Blätter und erst im 2. Jahr Blüten. Man sät sie im Sommer in Kistchen, quartiert die Jungpflanzen im Herbst in die leergewordenen Balkonkästen um und überwintert sie auf dem Balkon oder in einer Erdgrube im Garten jeweils mit einem Schutz aus Fichtenreisig.

Viele Gartenstauden lassen sich auch aus Samen heranziehen. Aussaatzeit, Kulturdauer und Kulturbedingungen variieren aber von Art zu Art erheblich. Man vermehrt sie deshalb besser durch Teilung oder kauft fertige Jungpflanzen.

Gehölze können ebenfalls aus Samen vermehrt werden, haben aber oft eine lange Kulturzeit. Die Samen vieler winterharter Arten wie von Ahorn, Buchs, Berberitze oder Cotoneaster benötigen zudem eine Winterbehandlung, die im Fachjargon "stratifizieren" genannt wird. Die Samenvermehrung ist hier eher Liebhaber- oder Gärtnersache. Der Hobbygärtner vermehrt Gehölze besser durch Stecklinge oder Steckhölzer.

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